Die Scuola Vivante arbeitet weitgehend mit neuen Gefässen und Zeitstrukturen und ersetzt damit den klassischen Fächerstundentakt. Die Schüler werden individuell in ihren Lern- und Entwicklungsschritten gefördert und begleitet. Sie werden ermutigt und dazu hingeführt, Lernziele mitzubestimmen und den Schulalltag mitzugestalten.
Team und Schulleitung fordern von sich die Bereitschaft, das Beste zu geben und sie bestärken auch die Kinder und Jugendlichen, das in ihnen liegende Potential zu nutzen. Schülerinnen, Lehrer und Schulleitung zeigen grosse Leistungsbereitschaft und Leistungsfreude (individuell und als Gruppe), die sich im Kleinen und Grossen auf vielen Ebenen abbilden und zu besonderen Leistungen führen.

Leitbild Scuola Vivante

Jahresthema
Die Scuola Vivante arbeitet mit einem Jahresthema. Das Jahresthema bildet den Rahmen für die Jahresplanung. Es bietet die Möglichkeit zu vernetztem Unterricht. Es ist der rote Faden, der durch das Schuljahr führt. Die Auswahl aus der Vielfalt der Stoffinhalte wird sinnvoll strukturiert und ermöglicht dadurch nachhaltiges und vertieftes Lernen.

Begegnung mit der Welt
Das Lernen ausserhalb der Schulräume ist fester Bestandteil des Curriculums. Der Schulwagen der Basisstufe unterwegs steht in verschiedene Lernumgebungen. In der Primarstufe und der Sekundarstufe 1 wird donnerstags der Tag gemeinsam im Freien gestaltet. Geschichtliche, geografische und kulturelle Lernorte werden aufgesucht. Menschen mit speziellen (Berufs-)Erfahrungen laden wir in die Schule ein. Regelmässige Bildungsreisen führen die Schülerinnen auch über die Landesgrenze in neue Sprach- und Kulturregionen.
Diese Begegnungen mit der Welt öffnen neue Horizonte, schärfen den Weitblick. Sie geben Raum zur Förderung des Weltwissens. Sie führen auf natürliche Weise in die Berufswahl.

Schulkultur
Eine gute Schulkultur mit einem respektvollen und sorgsamen Umgang ist eine der Hauptbedingungen für erfolgreiches Lernen. Der persönliche Arbeitsplatz oder der Sprechstab geben dem Schüler Raum für Rückzug und Privatsphäre einerseits und aktive Mitgestaltung des Schulalltags andererseits. Die Schülerinnen werden durch die Ausbildung von kommunikativen Kompetenzen und Mediationstechniken zu einer gewaltfreien Konflikt- und Versöhnungskultur herangeführt.

Persönlicher Raum
Ein Mensch in der Gruppe braucht die Möglichkeit, sich seines ganz persönlichen Raumes bewusst zu werden, diesen zu formen und sich hin und wieder dorthin zurückzuziehen. Die persönlichen Arbeitsplätze an der Scuola Vivante bieten den Schülerinnen und Schülern eine geschützte Insel. Sie werden als Persönlichkeitsraum respektiert und bleiben unangetastet. Sie sind Ort der Konzentration und des Studiums. Persönliche Arbeitsplätze führen den Menschen immer wieder zu sich.

Sprachenvielfalt
Sprachen zu erlernen – im umfassendsten Sinn -, sich in Sprach- und Kulturräumen bewegen zu können ist sowohl in der globalisierten Welt im Bezug auf den Berufsweg wie auch für die Entwicklung der persönlichen Ausdrucksfähigkeit wichtig. Die Scuola Vivante legt grossen Wert auf die Freude an der Vielfalt der Sprachen, auf die Verwurzelung in der Muttersprache, auf das fundierte Erlernen von Deutsch, Französisch und Englisch und auf Bildung in Musik, Gestaltung und Körperausdruck. Mathematik ist Teil der Sprachenvielfalt – die Sprache der Naturwissenschaft.

Wortsprache
Ein Kind ist fähig, im Laufe seiner Schulzeit mehrere Fremdsprachen zu erlernen Die Scuola Vivante ist eine multilinguale Schule.
Durch die internationale Zusammensetzung von Team, Schulgruppe und freien Mitarbeitern fliesst die Sprachenvielfalt auf natürliche Weise in den Schulalltag mit ein. Deutsch ist Hauptsprache.

Musiksprache
Musikalische Bildung fördert den Menschen als Ganzes. Singen und Musizieren fordert auf allen Ebenen. Es lässt den Atem bewusst erfahren, trainiert die Koordination der Muskulatur, es fördert die intellektuellen Fähigkeiten. Regelmässige Chorauftritte geben den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich zu erproben.

Produktsprache
Für künstlerisch-gestalterisch talentierte Schülerinnen sowie naturwissenschaftlich Interessierte und technische Tüftler steht mit dem Lernraum Brütwerk  im Untergeschoss des Gebäudes eine 300m2 grosse Werkstatt mit vielfältigen, gut eingerichteten Arbeitsplätzen zur Verfügung. Technische und künstlerische Werkmittel erlauben ein umfassendes und qualitativ hochstehendes Arbeiten.

Körpersprache
Mit Einbezug von kompetenten freien Mitarbeitern in den Bereichen Sport, Theater und Tanz erhalten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Impulse für die Entwicklung ihres Körperbewusstseins. Die Turnhalle wird von der Schulgemeinde Buchs zur Verfügung gestellt.

Zeugnis und Leistungsbeurteilung
Der Schüler erhält regelmässig transparente und breit abgestützte Rückmeldungen über seinen Lernfortschritt. Seine Leistung wird in Gesprächen zwischen Eltern und Lehrperson und Ende Schuljahr in einem schriftlichen Bericht beurteilt. Halbjährlich legen die Schülerinnen in eigenen Worten und Bildern Zeugnis über ihre Arbeit ab, sie erstellen sich ihr eigenes Portfolio. Noten fallen weg.
In den beiden letzten Schuljahren wird die Stellwerkprüfung als weitere Standortbestimmung zugezogen. Für Bewerbungsschreiben und Übertritte an weiterführende Schulen erhalten die Schulabgänger ein schriftliches Zeugnis. Die Leistungsbeurteilung entsteht auf der Basis der drei Kompetenzbereiche des Lehrplans des Kantons St. Gallen: Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Sachkompetenz. Die Fächereinteilung sowie die Bezeichnung der Lernniveaus werden von den kantonalen Richtlinien übernommen.