Sinnhaftes Lernen

von Karin Stenz am 08. Juni 2020
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Gut vorbereitet machten wir uns auf den Weg ins Rietli, um dem Berufkraut zu Leibe zu rücken. Nicht vorbereitet waren wir auf die Myriaden von Marienkäfern, die dort waren. Sofort gab es für viele Kindern nur noch dieses Thema. Sie liessen sich faszinieren und entdeckten die „Ladybugs“ in allen Stadien der Entwicklung. Fragen tauchten auf… der Wunsch mehr zu wissen, besser zu verstehen. Was fressen die? Was bedeuten die Punkte? Ist dies eine Puppe oder noch eine Larve? …? Fragen über Fragen.

Sofort war bei einigen der Wunsch, in der Klasse, weiter forschen zu dürfen. Aus dem Biogarten bekamen wir Eier, um eine eigene Zucht zu starten und alle Stadien genau beobachten zu können. Nun kam die Herausforderung das Binokular richtig zu bedienen. Und aller lernten es, um die Minilarven ansehen zu können-wenn die doch bloss nicht immer aus dem Bild krabbeln würden…

Und dann wurden die Beobachtungen festgehalten. Einige vertieften die Entwicklungskreisläufe am Modell und mit Wissenskarten. Auch der Aufbau der Käfer wurde studiert und so das Beobachtete mit dem theoretischen Kontext untermauert und verbunden.

Keine noch so gut geplante Lektion hätte diesen Input der Berührung in der Natur mit den kleinen Käfern ersetzen können. So viel intrinsische Motivation wurde einerseits generiert, durch das Eingehen auf die Interessen der Kinder. Aber vor allem durch den eigenen Forscherdrang und die unglaubliche Beobachtungsgabe unserer Schüler/innen.

Eine Bildergeschichte des kleinen Marienkäfers faszinierte die Basisstufenkinder so sehr, dass sie bei den liebevollen Erzählungen gespannt lauschten und alles um sich herum vergassen. Niemals hätte die Geschichte solche Faszination hervorgerufen, wenn nicht vorher eine Berührung stattgefunden hätte.

Bald werden wir unsere eigenen Marienkäferchen in die Natur entlassen, um dort viele Blattläuse zu fressen und neue Familien zu gründen.